Wir haben Ideen, wir wollen reden, wir wollen mitgestalten!

Interview-Serie mit Aktivist*innen von Bochum Gemeinsam: Andrea Wirtz

Kannst Du in Stichworten erläutern, was ‚Bochum Gemeinsam‘ überhaupt ist – es hört sich nach einem weiteren offiziellen Slogan der Stadt an?

Andrea: ‚Bochum Gemeinsam‘ ist ein Initiativenbündnis. Wir haben uns zusammengetan, nachdem wir einzeln in den vergangenen Jahren auf eigentlich allen Politikfeldern, ganz egal, ob bei Bauvorhaben, Klima, Mobilität, sozialen oder kulturellen Fragen, mit unseren Ideen im Rathaus immer wieder kein Gehör gefunden haben. Das war einfach extrem frustrierend, wir haben das auf zwei Konferenzen diskutiert und beschlossen, zusammenzuarbeiten, um stärker zu sein als jeweils allein. Um auf deine Frage zurückzukommen: Wir als Initiativen fänden es schön und nötig, wenn der offizielle städtische Slogan ‚Hier, wo das WIR noch zählt‘ wirklich zählen würde. Unser Ziel ist also, dass der endlich Realität wird.

Es handelt sich also um ein Bündnis – wer ist denn zum Beispiel dabei?

Andrea: Initiativen aus allen wichtigen Themenfeldern machen mit: da ist Stadt für Alle, das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung, BoKlima, EssBo!Ernährungsrat, Fridays for Future, Fuß e.V. und Radwende, BochumGesundSolidarisch, der Rat von Unten, attac, die ZANKE und die Falken – dabei ist die Liste offen für weitere Initiativen und Bündnisse!

Parteien gehören nicht zu eurem Bündnis?

Andrea: Nein, wir sind parteiunabhängig unterwegs. Es gibt allerdings Parteien und Wahlbündnisse, die unsere Kampagne unterstützen.

Was versprecht Ihr Euch davon, genau zu diesem Zeitpunkt auf den Plan zu treten?

Andrea: Unser Ansatz ist: „Wir haben Ideen, wir wollen reden, wir wollen mitgestalten!“ Am 14.9. sind Kommunalwahlen. Erfahrungsgemäß ist das eine Zeit, wo Politiker*innen zwangsläufig oft in der Öffentlichkeit unterwegs sind und Rede und Antwort stehen – sie möchten schließlich gewählt werden. Wir wollen diese erhöhte Aufmerksamkeit nutzen, um unsere Themen in öffentlichen Debatten zu platzieren – in eigenen Veranstaltungen und Aktivitäten, aber natürlich auch bei Parteiveranstaltungen.

Ihr sprecht von einer Kampagne zu den Kommunalwahlen – was muss ich mir darunter vorstellen?

Andrea: Kampagne heißt: Wir möchten so klar wie möglich unsere Themen sichtbar und hörbar machen. Kern ist die Forderung nach einem grundsätzlichen Wechsel in der politischen Debattenkultur – das Gegeneinander, die verschlossenen Türen müssen ein Ende haben! Wir brauchen endlich Offenheit, Vertrauen und Respekt! Die Stadt gemeinsam zu gestalten halten wir im Übrigen in einer lebendigen Demokratie für essenziell und den besten Schutz gegen Rechts! Mit unserer versammelten Expertise werden wir kreativ, lebendig und laut sein und wie sich die Parteien mit ihren OB-Kandidat*innen zu unserer Forderung verhalten, ist unser zentraler Wahlprüfstein und damit auch eine Orientierung für die Wähler*innen.

Können weitere Initiativen / Gruppen mitmachen?

Andrea: Selbstverständlich! Wir freuen uns über jede Initiative, die dazukommt und jede Unterstützung z.B. durch Verbreitung unserer Aktivitäten. Und eins sollte auch klar sein: mit „Bochum Gemeinsam“ muss die Politik in dieser Stadt auch nach den Wahlen weiter rechnen!