Unter diesem Titel laden der AStA der ev. Hochschule, die Hochschule Georg Agricola und der Bahnhof Langendreer am Dienstag, den 26. August um 18 Uhr zu einer kommunalpolitischen Diskussionsveranstaltung ein. Wir sprachen mit Jens Koller von der ev. Hochschule Bochum.
Was war der Anlass – und wie kam es zum (leicht provokativen) Titel „Politikst du noch sauber?“
Auslöser war eine Studierende, die beim Rektorat beantragt hat, politische Bildung sichtbarer und zugänglicher zu machen: zu wenig Debatte, zu wenig Andocken junger Menschen an (lokale) Politik. Der Antrag landete beim Kompetenzzentrum Studium und Lehre (KSL) der Ev. Hochschule (EvH) – und wir haben daraus gemeinsam die Reihe entwickelt. Den Titel hat die Studierende selbst geprägt: bewusst jugendlich und konfrontativ – und damit eine Einladung, Politik verständlich, fair und „sauber“ zu diskutieren.
Wie hat sich die Diskussionsreihe entwickelt? Was habt ihr in der Vergangenheit schon thematisiert?
Ursprünglich war die Reihe als Vorlauf zur Europawahl und Bundestagswahl geplant (die dann ja bekanntermaßen etwas früher als gedacht kam). Geplant waren mehrere Runden zu Fix-Themen, stattgefunden haben letztlich Ausgaben zu den Themen „Europa“, „Gefahr von rechts“ und „Klimakrise“. Diese ersten drei Ausgaben liefen noch EvH-intern; anschließend – im Vorfeld der Bundestagswahl – haben wir das Format gemeinsam mit dem UniverCity Bochum e.V. und der TH Georg Agricola (THGA) zu einem stadtweiten Angebot weiterentwickelt und in den Bahnhof Langendreer verlegt – als neutralen Ort ohne Hochschul-Hausvorteil und bewusst ohne feste thematische Zuspitzung. Die anstehende Kommunalrunde ist die insgesamt fünfte Veranstaltung. Mit jeder Ausgabe haben wir das Setting verfeinert: kurze Inputs, klare Leitfragen, viel Publikumszeit. Der Bahnhof Langendreer ist mittlerweile voll in die Organisation mit eingestiegen und nicht lediglich der Veranstaltungsort.
Am 26. 8. steht Kommunalpolitik im Fokus. Wen wollt ihr vor allem erreichen?
Junge Menschen in Bochum – klarer Fokus auf Studierende, aber ausdrücklich offen für Azubis, FSJler*innen, junge Berufstätige, Erstwähler*innen. Der jugendliche Titel ist Programm: Wir duzen auf der Bühne, halten es niedrigschwellig und geben Raum für Fragen und Widerspruch.
Welche Themen brennen euch aktuell besonders – und werdet ihr damit in der Stadt gehört?
Wohnen & Stadtentwicklung, Mobilität & Sicherheit (Takt, Barrierefreiheit, sichere Wege), Beteiligung & Transparenz, Klima & Hitzeschutz im Alltag, Kultur & öffentliche Räume mit Platz für freie Szenen – das sind unsere „Top 5“. Ob wir gehör finden bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die eingeladenen Parteien die Veranstaltung ernst nehmen und früh Vertreter*innen festgelegt haben.
Zusammenarbeit mit Initiativen
Ihr habt Bochumer Initiativen eingeladen, ihre Positionen aktiv einzubringen. Wollt ihr darüber hinaus weiter zusammenarbeiten?
Ja – sehr gern. Kernauftrag dieser Ausgabe ist zwar, über Parteienpositionen zu informieren, damit junge Menschen fundierter wählen können. Aber klar: Kontakte, die dabei entstehen, begrüßen wir. EvH, THGA und UniverCity sind grundsätzlich offen für Kooperationen mit Initiativen, Vereinen und Gruppen – nicht nur politisch, sondern auch in Fach- und Transferformaten. Meldet euch!
Was versprecht ihr euch von der Diskussion für die „Bochumer Politik“ der kommenden fünf Jahre?
Kante und Klarheit. Wir wollen Profile, Prioritäten und messbare Zusagen hören – damit in fünf Jahren sichtbar ist, wofür die Parteien standen. Und wir wünschen uns, dass die Runde Vernetzung auslöst: kurze Wege, neue Kontakte, vielleicht Anschlussformate zwischen Hochschulen, Stadt und Zivilgesellschaft.
Wichtig zur Rollenklärung: Monitoring und das Nachhalten von Wahlversprechen ist nicht unsere Aufgabe. Wir bieten Bühne, Struktur und Öffentlichkeit – prüfen müssen andere (Presse, Initiativen, Parteien selbst, ggf. Ratsgremien).
Das Initiativenbündnis ‚Bochum gemeinsam‘ hat sich gebildet, weil es viel Engagement in der aktiven Stadtgesellschaft gibt, aber wenig Dialog(bereitschaft) im Rathaus. Wie könnten wir einen generationsübergreifenden Dialog mit direktem Draht in die Lokalpolitik entwickeln bzw. unterstützen?
Diese Veranstaltung kann ein Startpunkt sein: Man lernt sich kennen, vernetzt sich und klärt Zuständigkeiten. Oftmals reicht schon eine bekannte Ansprechperson, um Prozesse zu erleichtern. Für einen generationsübergreifenden Dialog braucht es jedoch vor allem verlässliche Austauschformate mit kurzen Wegen in die Lokalpolitik. Als THGA, EvH und UniverCity sind wir gern bereit, solche Formate gemeinsam mit der Stadtgesellschaft zu entwickeln und – wenn gewünscht – den begonnenen Dialog in geeigneter Form fortzusetzen.
Wo, wann, wie?
- Dienstag, 26.08.2025, 18–20 Uhr
- Studio 108, Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108
- Ablauf: Podium mit Vertreter:innen von CDU, SPD, FDP, Grünen, Linke – fünf Themenblöcke (Mobilität, Wohnen, Beteiligung, Klima, Kultur) plus offenes Sammelthema. Großer Publikumsblock für Fragen. Kurz, klar, streitbar – und respektvoll.
