In einem zweiten Beitrag zu Bürgerbeteiligung und direkter Demokratie beschäftigen wir uns mit der Stadt Lüneburg.
Für die Hansestadt Lüneburg wurde ein zukunftsorientierter nachhaltiger urbaner Mobilitätsplan (kurz NUMP) entwickelt, der sich an den europäischen SUMP-Richtlinien (Sustainable Urban Mobility Plan) orientiert.
Der NUMP hat die Aufgabe, einen Handlungsrahmen für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung in Lüneburg zu schaffen.
Ein wichtiger Baustein bei der Erstellung des NUMPs war die Beteiligung von zentralen Akteur:innen der Lüneburger Stadtgesellschaft. Einwohner:innen, Politiker:innen, Institutionen, Vereine, Wirtschaft und Wissenschaft konnten in jeder Phase im Prozess über verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten Rückmeldungen und Hinweise geben und sich in den Prozess einbringen.
- Der Start des NUMP erfolgte mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung im Juni 2023, an der 150 Personen teilnahmen.
- In einer Online-Beteiligung konnten dann Interessierte ihre Anregungen und Ideen einbringen. Mehr als 1.500 Meldungen, 11.000 (Dis-)Likes und 500 Kommentare kamen so zusammen und flossen in den Erstellungsprozess des NUMP mit ein.
- Im Juni 2023 wurde ein Planungsspaziergang zur Barrierefreiheit gemeinsam mit geh- und sehbeeinträchtigen Menschen durch die Innenstadt gemacht, um Defizite und Verbesserungsbedarfe hinsichtlich der Barrierefreiheit zu sammeln.
- Im August 2023 wurde eine Planungsradtour Stadtring angeboten, teilgenommen haben mehr als 50 Interessierte. Hier konnte über die Interessen und Herausforderungen der Radfahrenden diskutiert werden.
- Im September 2023 ging das NUMP-Team des Planungsbüros Planersocietät für drei Tage in Lüneburg mit einem Lastenrad auf Tour. Dabei wurden verschiedene Orte im Stadtgebiet aufgesucht, um mit den Lüneburger:innen ins Gespräch zu kommen und ihnen die Aspekte einer nachhaltigen Mobilität näher zu bringen.
- Im ersten Halbjahr 2024 fanden verschiedene thematische Bürger:innenwerkstätten und Stakeholderworkshops statt. Dabei konnten die Planer:innen gemeinsam mit den engagierten Teilnehmenden die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Ideen mit räumlichem Schwerpunkt in geeigneter Tiefe diskutieren und dokumentieren.
- Die wichtigsten Informationen rund um den Erstellungsprozess des NUMP sowie die zentralen Ergebnisse wurden in Form einer Ausstellung aufbereitet. Diese konnte im Februar 2025 im Dialograum der Hansestadt Lüneburg besucht werden.
- Zum Abschluss des NUMP kamen im März 2025 die Projektbeteiligten bei einer öffentlichen Abschlussveranstaltung noch einmal zusammen, um den Abschlussbericht vorzustellen, gemeinsam mit Interessierten, erneut mehr als 150 Personen, auf den Prozess zurückzublicken und vor allem einen Blick auf die Zukunft der Mobilität in Hansestadt und Landkreis Lüneburg zu wagen.
- Die Stadtverwaltung hat Anfang 2026 den ersten Evaluationsbericht zum Nachhaltigen Urbanen Mobilitätsplan (NUMP) veröffentlicht. Er gibt einen Überblick über wichtige Kriterien zur Mobilitäts- und Verkehrssituation im Stadtgebiet und zum aktuellen Stand der Umsetzung von NUMP-Maßnahmen.
Jetzt sind die politischen Parteien im Rat der Stadt Lüneburg gefragt, das Verkehrskonzept, das mit einer guten Bürgerbeteiligung entwickelt wurde, umzusetzen.
Städte mit mehr als 100.000 Einwohner:innen sind aufgefordert, einen Mobilitätsplan entsprechend den SUMP Kriterien zu erstellen.
Ein wichtiges Kriterium ist die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Zivilgesellschaft, Mobilitätsanbietern, Verwaltung, Wirtschaft und Politik. Sie verfolgt einen integrierten Ansatz und ermöglicht ein hohes Maß an Zusammenarbeit, Koordinierung und Konsultation.
Beispiele für weitere Städte, die an einem SUMP-Konzept arbeiten und die Bürger an dem Prozess beteiligen, sind z.B. Göttingen und Köln.
Links:
https://blog-jj.com/wp-content/uploads/2024/10/pressemitteilung-nump.pdf
