Demokratie und Vielfalt auch in der Kommune wertschätzen


Du engagierst Dich aktiv beim Bochumer Bündnis gegen Rechts und hast mit anderen zusammen ein Kneipenquiz erarbeitet. Was wollt ihr mit diesem Format erreichen?

Karin: Wir wollen, dass sich Menschen auf unterhaltsame Weise mit dem Thema Kommunalwahl auseinandersetzen, seine Bedeutung realisieren und dabei ihr Wissen über Bochum und die Kommunalpolitik überprüfen und evtl. erweitern können. Das umfassendere Ziel ist es, Demokratie und Vielfalt auch in der Kommune wertzuschätzen, zu erweitern und gegen Rechts zu verteidigen.

Habt ihr dabei bestimmte Zielgruppen im Auge?

Karin: Wir möchten Menschen aller Altersgruppen erreichen, die sich für Politik im weitesten Sinne interessieren, demokratisch und einigermaßen „offen“ ausgerichtet sind und vielleicht noch nicht wissen, ob sie wählen gehen sollen.

Kannst Du ein paar Details des Quiz verraten – welche Fragen erwarten die Teilnehmenden?

Karin: Die 30 Fragen werden sich alle zum einen auf Kommunalpolitik und zum anderen auf Bochum mit seiner politischen Situation, seiner Geschichte, Kultur usw. beziehen.

Diese Fragen werden in Tisch-Teams (3 – 5 Personen) gelöst, d.h. es muss die richtige von 3 möglichen Antworten geraten werden. Das Siegerteam erhält für jede Person einen kleinen Preis.

Ihr habt ja schon eine Reihe von Terminen in den Stadtteilen organisiert – kannst du uns dazu mehr erklären? Mit wem arbeitet ihr zusammen und auf welchen Rahmen treffen wir da?

Karin: Wir haben uns an verschiedene Einrichtungen, die über passende Räume (z.B. ehemalige Kneipen) verfügen und uns diese kostenlos zur Verfügung stellen, gewandt und arbeiten mit diesen bzw. mit ihren jeweiligen Trägern in Bezug auf Werbung, Technik, Zurverfügungstellung von Getränken, Preisen usw. eng (und bis jetzt sehr gut!) zusammen. Die Einrichtungen sind: der AWO-City-Treff, das Seniorenbüro Südwest (AWO/Stadt), das Café Konkret, die Quartiershalle in der Ko-Fabrik, der Freiraum Dahlhausen (IfNuN), das „Wiesmann’s“ (Wattwerk) und das Naturfreundezentrum Langendreer.

Im Moment gibt es ja – zum Glück – eine ganze Reihe von Aktionen gegen die AfD, vor allem auch gegen deren Auftreten im Wahlkampf. Kannst Du von Erfahrungen berichten?

Karin: Ich versuche mich gelegentlich an Aktionen rund um AfD-Wahlkampfstände zu beteiligen, mit denen wir unseren Protest gegen diese in Teilen rechtsextreme, auf jeden Fall demokratiefeindliche Partei zum Ausdruck bringen wollen und dazu aufrufen, ihr keine Stimme zu geben. Bei unserer friedlichen und spontan angemeldeten Versammlung am letzten Samstag in der Innenstadt, wo die AfD ziemlich viele ihrer Mitglieder, darunter ihren Landtags- und ihren Bundestagsabgeordneten, an ihrem Stand versammelt hatte, haben wir viel positiven Zuspruch von PassantInnen erlebt. Das lässt mich ein bisschen hoffen…

Am Samstag wird die – vor allem von den Omas gegen Rechts organisierte – Menschenkette um das Rathaus stattfinden. Was erwartest Du von der Aktion am Samstag?

Karin: Da ich zur Vorbereitungsgruppe gehöre, weiß ich, dass die Menschenkette inzwischen von vielen Organisationen in Bochum unterstützt wird. Wir machen viel Werbung dafür und ich gehe davon aus, dass wir die Kette rund um das Bochumer Rathaus locker schließen werden können. Wir werden nicht stumm herumstehen, sondern skandieren und singen, uns durch eine Trommelgruppe bewegen lassen usw. Durch die mitgebrachten Plakate + Banner und die kurzen Wortbeiträge am Anfang und am Ende werden Anlass (Kommunalwahl) und Zweck (Schutz „unseres“ Rathauses durch hohe Wahlbeteiligung und möglichst wenig Stimmen für die AfD) verdeutlicht werden. Ich denke, dass es eine gute Form ist, auf die Bedeutung der Kommunalwahl aufmerksam zu machen, gegen Rechts zu protestieren und nicht zuletzt, sich gegenseitig positiv zu bestärken.

Bochum gemeinsam ist ein Kampagnenbündnis zu den Kommunalwahlen, um die kritischen Stimmen aus der Zivilgesellschaft sicht- und hörbarer zu machen. Dabei sind für uns sind die Aktiven gegen Rechts ein sehr wichtiger Teil dieser Stimmen und wir hoffen, Euch bei der Veranstaltung am 5. September in der Rotunde auch dabei zu haben. 

Karin: Ich werde zu dieser Veranstaltung auf jeden Fall kommen und werde auch noch Werbung dafür machen!