? Ihr habt in diesem Jahr Euer 4. Klimacamp veranstaltet, was war/en für Euch die zentral/en Botschaft/en in diesem Jahr?
Wie jedes Jahr wollten wir beim Klimacamp mit den Menschen ins Gespräch kommen und auf die Klimakrise aufmerksam machen, da sie unsere Zukunft gefährdet. Dabei haben wir dieses Jahr Fokus gelegt auf kommunale Themen wie Grünflächen in Bochum, die Verkehrswende und die Wärmewende und es gab dazu Bildungsangebote sowie spaßiges Freizeitprogramm.
? Ihr habt das Camp auch genutzt, um euch mit den laufenden Kommunalwahlen zu befassen – wir haben in Bochum viele Themen, die mit Klima und Umwelt zu tun haben und sehr viel Handlungsbedarf, aber gleichzeitig jede Menge Vernichtung von Wald und Flächenversiegelung durch Neubau, um nur einige zu nennen. Protest der Bürger*innen wird regelmäßig ignoriert. Was müsste sich in der Bochumer Politik ab September vordringlich ändern? Welche Punkte liegen euch da besonders am Herzen?
Wir begrüßen, dass die Stadt Bochum sich das Ziel gesetzt hat, bis 2035 klimaneutral zu werden, jedoch fehlen derzeit die Maßnahmen dazu und wir wünschen uns ambitioniertere Umsetzung. Dabei ist Klimaschutz Menschenschutz und deshalb müssen die Menschen auch in den Mittelpunkt der Politik gestellt werden. Bochum muss fahrradfreundlicher werden mit größeren und mehr Radwegen sowie verkehrsberuhigten Bereichen. Wenn die Politik Parkplätze für einzelne tonnenschwere Kraftfahrzeuge vor Fahrradwegen oder Erholungsplätzen für die Anwohnenden bevorzugt, dann ist das schon ein katastrophales Signal, welchen Wert die Menschen in Bochum für die Politik haben. Derzeit ist die Innenstadt zudem sehr grau und heizt sich im Sommer stark auf. Doch das sollte sich ändern mit mehr Grünflächen, Bäumen die Schatten spenden und Wasserspielen zur Abkühlung. Ein weiteres Themengebiet ist die Wärmewende in Bochum, die derzeit sehr hinterher hängt. Die Menschen in Bochum brauchen mehr Informationen und Unterstützung bei der Umrüstung auf günstige und nachhaltige Wärmequellen wie Wärmepumpen und Fernwärmenetze. Dabei muss der Wandel sozial gerecht funktionieren mit Unterstützung der Politik.
? Welche Aktivitäten plant ihr für die Zeit bis zur Wahl?
Kurz vor der Kommunalwahl am 12.09. wird es in ganz Nordrhein-Westfalen Klimastreiks geben und viele weitere Aktionen von Fridays for Future. Direkt danach gibt es dann am 20.09. einen bundesweiten Aktionstag gegen Erdgasprojekte. Da arbeiten wir auch derzeit noch an der Planung, aber man kann sich auf kreative, spannende Aktionen freuen.
? Ihr seid ja Teil von Bochum gemeinsam – warum macht ihr mit und was sind Eure Erwartungen an das Bündnis?
Wie der Titel des Bündnisses „Bochum gemeinsam“ schon sagt, wollen wir gemeinsam für eine lebenswertere Zukunft für Bochum kämpfen. Wobei uns die Klimaaspekte natürlich besonders wichtig sind, aber auch andere Aspekte wie Soziales und Umweltschutz müssen berücksichtigt werden. Denn am Ende spielen sich die einzelnen Faktoren gegenseitig in die Hand und durch vermehrte Grünflächen, Fahrradwege und weniger Schadstoffemissionen durchs Heizen steigt auch die Lebensqualität der Menschen in Bochum und unser Klima wird geschützt.
